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Österreichs Ministerin Alma Zadic im Visier von Webhassreden

Alma Zadic, 7 Jan 20

Österreichs Kanzler hat Hassbotschaften in den sozialen Medien verurteilt, die sich gegen die in Bosnien geborene Justizministerin in seinem neuen Kabinett richten.

"Wir werden systematisch gegen Hass im Web vorgehen", twitterte Sebastian Kurz.

Die grüne Politikerin Alma Zadic, eine Menschenrechtsanwältin, hat bei rechtsextremen Aktivisten eine Welle der Kritik ausgelöst.

Laut österreichischen Medien bewachen drei Polizeibeamte der Eliteeinheit Cobra sie rund um die Uhr, obwohl die Regierung dies nicht bestätigt hat.

Frau Zadic, 35, gehört zu den vier Grünen, die in das am Dienstag vereidigte Kabinett von Bundeskanzlerin Kurz berufen wurden. Der junge konservative Kanzler wechselte zu einer beispiellosen Partnerschaft mit den Grünen, nachdem ein Skandal seine ehemaligen Verbündeten, die rechtsextreme Freiheitspartei (FPÖ), eingehüllt hatte.

In seinem Tweet nannte Herr Kurz die Hassrede im Internet "ein abscheuliches Phänomen unserer Zeit" und sagte: "So etwas darf keinen Platz unter uns haben!"

"@Alma_Zadic und alle anderen, auf die es abzielt, haben meine volle Unterstützung!"

Migrationshintergrund
Die Zuwanderung war in den letzten Jahren ein heißes politisches Thema in Österreich, zumal mehr als eine Million Migranten, darunter viele Flüchtlinge aus Kriegen im Nahen Osten, zwischen 2015 und 2016 in Mitteleuropa Asyl suchten.

Frau Zadic sagt, sie werde sich als Justizministerin für ein faires Einwanderungssystem einsetzen. Als Zehnjährige floh sie 1994 mit ihren Eltern vor dem Bosnienkrieg und sie ließen sich in Wien nieder. Die Ministerin wurde als Muslimin beschrieben, aber sie bestreitet jede religiöse Bindung.

Als Abgeordnete war sie vor ihrem Eintritt in die neue Regierung bereits ein Ziel für diejenigen, die ihren Migrationshintergrund verdächtigen.

Ein Abgeordneter in der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) von Herrn Kurz, Johann Rädler, unterbrach sie einmal mit dem Ruf: "Wir sind hier nicht in Bosnien!"

Frau Zadic wurde im November 2017 Abgeordnete und trat Mitte 2019 den Grünen bei. Sie hinterließ eine kleine grüne linke Partei namens Jetzt-Pilz List.

Auf Facebook sagte sie, sie habe sich in der Politik engagiert, um für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, damit "jeder unabhängig von seiner sozialen oder nationalen Herkunft, unabhängig von seiner Religion oder seinem Geschlecht, die gleichen Lebenschancen hat".

Sie lehnt die Vorstellung ab, dass Einzelpersonen eine einzige Identität wählen sollten. "Es war das vielfältige New York, das mir gezeigt hat, dass ich gleichzeitig eine österreichische, eine bosnische und eine europäische Frau sein kann", sagte sie gegenüber der Website news.at.

Nachdem sie an der Schule und an der Universität hervorragende Leistungen erbracht hatte, arbeitete sie für internationale Organisationen in New York und arbeitete anschließend sechs Jahre bei einer auf Menschenrechtsfragen spezialisierten Wiener Anwaltskanzlei.

Derzeit erhebt sie Klage gegen Schadensersatz in Höhe von 700 Euro, den ein Gericht ihr auferlegt hat, ein Foto zu bezahlen, das sie im Internet veröffentlicht hat. Ein junger Mann auf dem Foto bestritt, dass er als Begrüßer der Nazis dargestellt worden war - er sagte, er habe einfach nur Brüderfreunden winkt. Frau Zadic hatte es so bezeichnet: "Keine Toleranz für Neonazis, Faschisten und Rassisten."

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